Woher kommt das Wort „Schlamassel“?

Wenn mal wieder nichts so läuft, wie geplant – der Termin platzt, das Essen verbrennt und der Regenschirm klappt um – dann ist schnell von einem Schlamassel die Rede. Doch woher kommt dieses witzig-knorrige Wort eigentlich?

Es stammt aus dem Jiddischen: „schlimmas  sl“ – eine Zusammensetzung aus „schlim“ (schlecht) und „masl“ (Glück). Eigentlich bedeutet es also so viel wie „Pech“ oder „Unglück“. Interessant ist, dass das Wörtchen „masl“ ursprünglich „Glück“ bedeutet – ein kleiner Hinweis darauf, wie nah Glück und Pech oft beieinanderliegen. Aus dem „guten Mässel“ wird im Schlamassel schnell das reinste Desaster.

Im Laufe der Zeit hat sich der Begriff fest im deutschen Sprachgebrauch etabliert. Heute verwenden wir ihn gern, wenn eine Situation chaotisch, verfahren oder einfach nur ärgerlich ist – ob im Alltag, bei der Arbeit oder unter Freunden. „Was für ein Schlamassel!“ ruft man dann, wenn der Kaffee auf den Laptop tropft oder der Zug zum hundertsten Mal verspätet ist.

Was anfangs vielleicht nur im jüdischen Sprachraum gebräuchlich war, ist heute ein liebevoll übertriebener Ausdruck für alltägliche Pannen geworden. Das Wort selbst klingt schon fast nach Unheil – lang und schwer, wie ein nasser Sack, der irgendwo im Weg liegt.

Ein Schlamassel ist also mehr als nur ein kleiner Rückschlag. Es ist das Chaos, das unerwartet zuschlägt – und uns doch irgendwie zum Schmunzeln bringt, wenn wir es beim Namen nennen.

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