Warum verkleiden wir uns an Karneval?
Der Karneval ist bunt, laut und voller Kostüme – doch woher kommt eigentlich der Brauch, sich in dieser Zeit zu verkleiden? Die Wurzeln reichen tief in die Vergangenheit, weit vor die heute bekannten Sitzungen und Umzüge. Schon im Mittelalter glaubten viele, dass in der Zeit zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch die Grenze zwischen dieser Welt und dem Übernatürlichen besonders dünn sei.
Menschen wollten böse Geister vertreiben – und sich selbst schützen.Dazu verkleideten sie sich mit gruseligen Masken und trugen Tierfelle oder bunte Kostüme. Durch das Tragen von Masken hofften sie, nicht erkannt zu werden – falls doch ein böser Geist unter den Feiernden war. Gleichzeitig erzeugten sie mit Glocken, Trommeln und lauten Rufen möglichst viel Lärm, um die dunklen Mächte zu verschrecken. Was heute lustig und fantasievoll wirkt, hatte damals einen ernsten Hintergrund: Schutz vor dem Unbekannten.
Im Laufe der Zeit wandelte sich der Brauch. Aus der Angst vor Geistern wurde Freude am Rollentausch. Besonders in den rheinischen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf oder Mainz wurde das Verkleiden zum Ausdruck von Kritik, Satire und Gesellschaftskommentar. Heute schlüpfen die Menschen gern in die Rolle von Politikern, Promis oder lustigen Fantasiegestalten – ganz im Sinne der ausgelassenen Zeit vor der Fastenzeit.
So bleibt der Karneval, auch wenn der Aberglaube längst verblasst ist, ein Fest der Verwandlung – wo für ein paar Tage alles erlaubt ist, nur nicht, sich langweilig zu geben.
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