Woher kommt der Spruch „mit Rosinen gehandelt“?
Der Ausdruck „mit Rosinen gehandelt haben“ taucht immer wieder auf, wenn jemand kleinlich oder übermäßig pedantisch ist – etwa jemand, der jeden Satz bis ins letzte Detail korrigiert. Doch woher kommt dieser Spruch eigentlich?
Die Spur führt bis ins 15. Jahrhundert zurück. Damals wurden kleine, dunkle Weinbeeren aus der Hafenstadt Korinth in Griechenland nach Mitteleuropa exportiert. Diese Trockenfrüchte wurden in Deutschland bald einfach als „Korinthen“ bezeichnet – auch wenn sie technisch gesehen Rosinen sind. Korinth war damals ein wichtiger Handelsplatz, und der Name blieb hängen.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus im 19. Jahrhundert ein spöttischer Spitzname: Korinthenkacker. Wer übertrieben genau war, besonders in der Auslegung von Regeln oder Texten, dem wurde dieser abwertende Begriff an den Kopf geworfen. Er bezog sich darauf, dass man „Korinthen aussucht“ – also sich nur auf Kleinigkeiten konzentriert und das Ganze aus den Augen verliert.
So entstand aus einem simplen Fruchthandel ein prägender Ausdruck der deutschen Sprache. Der Spruch „mit Rosinen gehandelt haben“ ist heute zwar veraltet, aber die Bedeutung lebt weiter: Jemand, der pedantisch und kleinlich ist, wird bis heute gern dafür „verkorintht“. Erotische oder vulgäre Untertöne des ursprünglichen Schimpfworts sind heute weitgehend verblasst – geblieben ist ein amüsanter Einblick in die Geschichte unserer Sprache.
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