Woher kommt die Ente beim Chinesen?
Wenn man in vielen europäischen Städten ein „chinesisches“ oder vietnamesisches Restaurant betritt, findet man oft ein Gericht, das kaum fehlt: Ente. Sei es knusprig gebraten, süß-sauer oder im Mojito-Reis – Entenfleisch gilt als Klassiker der Speisekarte. Doch woher kommt das Tier eigentlich, das auf dem Teller landet?
Die meisten Enten, deren Fleisch in diesen Küchen verarbeitet wird, stammen aus der konventionellen Massentierhaltung. Anders, als ihr Name vermuten lässt, leben diese Tiere kaum noch am Wasser. Stattdessen werden sie in engen Ställen gehalten, oft auf Betonböden, ohne Zugang zu Bächen oder Seen, in denen sie natürlicherweise schwimmen würden. Für viele ist das eine Ironie: Der Wasservogel ohne Wasser.
Artgerechte Haltung von Enten ist in der Gastronomie selten. Bio-Entenfleisch findet sich nur in Ausnahmefällen auf den Karten – und wenn, dann meist mit einem deutlich höheren Preis. Die Nachfrage nach günstigen Speisen treibt die Industrie dazu, große Mengen Fleisch zu tiefen Kosten zu produzieren. Das hat Folgen für das Tierwohl, das oft im Hintergrund bleibt.
Das „vergessene Leid“ von Enten, aber auch von Gänsen und Puten, wird selten thematisiert. Dabei könnten bewusste Entscheidungen am Tisch langfristig etwas verändern. Wer fragt, woher das Fleisch kommt, oder bewusst auf Entengerichte verzichtet, setzt ein kleines, aber feines Zeichen. Denn jede Bestellung ist auch eine Stimme – für oder gegen das, wie wir Tiere in unserer Lebensmittelkette behandeln.
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