Inhaltsverzeichnis
- 1. Ist EMDR seriös? Wissenschaftliche Hintergründe und Fakten (Teil 1)
- 2. Was Experten über EMDR sagen
- 3. Häufig gestellte Fragen
- 4. Sind wir wirklich Herr unserer eigenen Erinnerungen, oder verändern wir sie jedes Mal, wenn wir sie durchleben – und kann eine Methode wie EMDR diese Erinnerungen manipulieren statt sie zu heilen?
Ist EMDR seriös? Wissenschaftliche Hintergründe und Fakten (Teil 1)
Wenn es um moderne Methoden der Psychotherapie geht, taucht kaum ein Begriff so häufig auf wie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
Bei Beobachtern, die mit psychotherapeutischen Verfahren nicht vertraut sind, ruft dieses Vorgehen bisweilen Skepsis hervor. Man fragt sich: Kann das Winken mit den Fingern tatsächlich seelische Wunden heilen? Handelt es sich hierbei um eine seriöse medizinische Behandlung oder schlicht um einen weiteren kurzlebigen Trend auf dem boomenden Markt der Psychotherapie?
Was hinter der Methode steckt
Entwickelt wurde EMDR Ende der 1980er-Jahre von der US-amerikanischen Psychologin Francine Shapiro.
Dabei handelt es sich keineswegs um eine isolierte Technik, sondern um ein umfassendes, strukturiertes Psychotherapieverfahren. Es folgt einem klaren, mehrphasigen Protokoll:
Anamnese und Behandlungsplanung
Stabilisierung und Ressourcenaktivierung
Konfrontation mit dem Trauma bei gleichzeitiger bilateraler Stimulation
Kognitive Umstrukturierung und Verankerung positiver Glaubenssätze
Harte Fakten und wissenschaftliche Anerkennung
Die Frage nach der Seriosität lässt sich im Bereich der evidenzbasierten Medizin glücklicherweise sehr objektiv beantworten: Ja, EMDR ist absolut seriös. Das Verfahren gehört heute zu den am besten erforschten und am gründlichsten evaluierten Methoden in der Traumatherapie.
Schon im Jahr 2006 hat der Wissenschaftliche Beirat für Psychotherapie in Deutschland EMDR offiziell als wissenschaftlich begründete Psychotherapieform für die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) anerkannt.
In den nächsten Abschnitten dieses Artikels beleuchten wir genauer, wie die bilaterale Stimulation im Gehirn nachweislich wirkt, welche Studien die Erfolgsraten untermauern und worauf Betroffene bei der Auswahl eines qualifizierten Therapeuten achten sollten.
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