Was ist C-PTSD? (Komplexe posttraumatische Belastungsstörung) – Teil 1
Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung (im Englischen häufig als Complex Post-Traumatic Stress Disorder oder kurz C-PTSD bezeichnet, im Deutschen meist kPTBS) ist eine tiefgreifende psychische Belastungsreaktion.
Typische Auslöser finden sich oft in Situationen, aus denen sich die betroffenen Personen über längere Zeit hinweg weder physisch noch psychisch entkommen konnten.
Schwerer körperlicher, emotionaler oder sexueller Missbrauch, insbesondere während der Kindheit oder Jugend.
Anhaltende häusliche Gewalt oder das Aufwachsen in einem stark vernachlässigenden, missbräuchlichen familiären Umfeld.
Langjährige Kriegserlebnisse, Gefangenschaft, Folter oder organisierte Ausbeutung.
Die Kernmerkmale: Mehr als „nur“ Flashbacks
Das Besondere an der C-PTSD ist, dass sie weit über die klassischen Symptome einer normalen PTSD (wie plötzliches Wiedererleben durch Flashbacks, Albträume oder starkes Vermeiden von Erinnerungsreizen) hinausgeht.
Schwere Störungen der Emotionsregulation: Betroffene empfinden oft eine enorme innere Anspannung. Emotionen wie Wut, Trauer, Verzweiflung oder tiefe Scham können extrem intensiv sein und sich nur schwer kontrollieren lassen.
Manche Menschen erleben im Wechsel abrupte emotionale Ausbrüche oder das komplette Gegenteil: eine emotionale Taubheit und innere Leere. Ein tiefgreifendes negatives Selbstkonzept: Das Selbstbild ist bei C-PTSD-Patienten stark erschüttert.
Sie tragen häufig das dauerhafte Gefühl in sich, wertlos, minderwertig, beschädigt oder für das erlittene Unrecht selbst verantwortlich zu sein. Massive Probleme in Beziehungen: Da chronische Traumata oft in engen sozialen oder familiären Beziehungen stattfinden (wo eigentlich Schutz und Geborgenheit sein sollten), bricht das Urvertrauen in andere Menschen ein.
Betroffene haben große Schwierigkeiten, Nähe zuzulassen, vertrauensvolle Bindungen aufzubauen oder sich sicher zu fühlen. Ständige Angst vor Ablehnung oder wiederholter Verletzung führt nicht selten zu sozialem Rückzug.
Warum das Nervensystem im Daueralarm bleibt
Im Zentrum der C-PTSD steht ein biologisches beziehungsweise neurologisches Geschehen: Das menschliche Nervensystem passt sich überlebensfähig an eine chronisch bedrohliche Umwelt an.
Selbst wenn die gefährliche Situation längst vorüber ist, schaltet dieses innere Alarmsystem oft nicht mehr automatisch ab.
Welcher Aspekt der C-PTSD – die Auswirkungen auf das Selbstbild oder die Schwierigkeiten in Beziehungen – interessiert dich für den weiteren Verlauf des Artikels besonders?
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