Was passiert, wenn man nichts isst?

Wenn man über einen längeren Zeitraum nichts isst, stellt der Körper nach und nach seinen Stoffwechsel um. Zunächst greift er auf die gespeicherte Energie in der Leber zurück – in Form von Glykogen. Doch diese Reserven sind bereits nach einem Tag weitgehend erschöpft.

Der Körper wechselt dann in den sogenannten Hungerstoffwechsel.

Er beginnt, Fettreserven abzubauen und aus Fettsäuren sowie aus Aminosäuren Energie zu gewinnen. Gleichzeitig wird der Grundumsatz gesenkt, um Energie zu sparen. Das bedeutet, dass der Stoffwechsel sich verlangsamt – ein Überlebensmechanismus, der aus früheren Zeiten stammt, als Nahrung nicht immer reichlich verfügbar war.

Zunächst sinkt der Energieverbrauch pro Tag um bis zu 20 Prozent. Bei andauerndem Fasten kann dieser Effekt noch stärker werden. Muskulatur wird schrittweise abgebaut, da der Körper Proteine zur Energiegewinnung nutzt, wenn andere Quellen fehlen. Besonders betroffen sind nicht trainierte Muskeln, während die lebenswichtigen Organe so lange wie möglich geschont werden.

Wichtig ist: Kurzzeitiges Fasten über einen Tag oder zwei führt nicht zu massivem Muskelverlust.

Erst bei längerem Nahrungsmangel wird der Körper gezwungen, tief in seine Energiespeicher einzugreifen. Die Fähigkeit, diesen Zustand zu überstehen, variiert von Mensch zu Mensch – abhängig von Vorräten, Gesundheitszustand und körperlicher Aktivität.

Wer bewusst fastet, sollte dies daher verantwortungsvoll tun – und bei gesundheitlichen Beschwerden unbedingt einen Arzt konsultieren. Der Stoffwechsel ist flexibel, aber nicht unverwundbar.

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