Wann Trennungsangst bei Kindern normal ist

Es ist völlig normal, dass Babys im Alter von etwa acht Monaten anfangen, Trennungsängste zu entwickeln. In dieser Phase merken Eltern oft, dass ihr Kind besonders anhänglich wird – besonders wenn jemand aus dem vertrauten Umfeld, meistens die Mutter oder den Vater, das Zimmer verlässt.

Die intensivsten Momente dieser Angst treten zwischen dem zehnten und achtzehnten Lebensmonat auf. Das hat einen guten Grund: Das Kleinkind entwickelt in dieser Zeit ein stärkeres Bewusstsein dafür, dass Personen auch dann existieren, wenn man sie gerade nicht sieht – was als „Objektpermanenz“ bekannt ist. Gleichzeitig ist das Kind noch nicht in der Lage, die beruhigende Erklärung zu verstehen: „Ich komme gleich wieder.“

Daher kann schon das Verlassen des Zimmers durch einen Elternteil zu Weinkrämpfen, Verzweiflung oder körperlichen Reaktionen wie Herzrasen führen. Viele Eltern machen sich Sorgen, aber diese Phase gehört zur gesunden Entwicklung dazu.

Es ist ein Zeichen dafür, dass das Kind Bindungsfähigkeit entwickelt und weiß, wer ihm Sicherheit gibt. Mit etwas Geduld und konsequentem, liebevollem Verhalten – wie kurzen, aber regelmäßigen Trennungsübungen – lässt die Angst meist zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr deutlich nach.

Wichtig ist: Je ruhiger und zuverlässiger die Bezugsperson bleibt, desto schneller lernt das Kind, dass Trennungen vorübergehend sind. Trennungsangst ist also kein Problem – sondern ein wichtiger Entwicklungsschritt auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen