Woher kommt das Wort „schlampig“?

Das Wort „schlampig“ hat eine überraschende Herkunft – und die liegt nicht etwa im Unordentlichen an sich, sondern im Matsch. Schon im Jahr 1727 tauchte das englische Wort sloppy auf, das ursprünglich „schlammig“ oder „nass vom Herumwatschen“ bedeutete. Es leitet sich vom Substantiv slop ab – also von flüssigen oder schmierigen Resten, die beim Schleppen von Wasser oder Abfällen zurückbleiben.

Im Laufe der Zeit änderte sich die Bedeutung. Zuerst beschrieb man damit Dinge, die eine halbflüssige Konsistenz hatten – etwa Brei oder Matsch. Doch ab etwa 1825 gewann das Wort eine neue, übertragene Bedeutung: Es begann, etwas über das Verhalten oder das Äußere von Menschen auszusagen. Kleidung, die schlecht saß, lässig hing oder schlabberte, galt als sloppy. Aus dieser Vorstellung entstand dann die Bedeutung „nachlässig“, „unordentlich“ oder eben „schlampig“.

Das deutsche schlampig hat diese Entwicklung im 19. Jahrhundert übernommen – vermutlich unter dem Einfluss des Englischen, aber angepasst an deutsche Klanggewohnheiten. Heute denken wir bei „schlampig“ vor allem an mangelnde Sorgfalt: sei es in der Kleidung, in der Arbeit oder im Umgang mit Dingen. Doch tief im Wort verborgen steckt noch immer ein Hauch von Matsch und Nässe – eine Erinnerung an schlammige Pfade und tropfende Kleider.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen