Was bedeutet „Pajass“ wirklich?
Der Begriff Pajass klingt für viele heute vor allem nach einem ungeschickten oder albernen Menschen – jemandem, der ständig ins Fettnäpfchen tritt oder mit seiner Art einfach nur nervt. Doch die Bedeutung hat sich im Laufe der Zeit deutlich gewandelt. Früher war ein Pajass keineswegs nur ein Dummkopf, sondern vielmehr eine lebendige, witzige Figur, die durch Schlagfertigkeit und Humor auffiel.
Im 19. Jahrhundert war das Wort in weiten Teilen der Deutschschweiz verbreitet und bezeichnete einen Narr, einen Hanswurst oder Possenreisser – also jemanden, der mit seiner Schrulligkeit unterhielt, ohne gleich dumm zu sein. Diese Nuance geht heute oft verloren. Während man früher durchaus stolz darauf sein konnte, als „Pajass“ bezeichnet zu werden, hat der Begriff heute meist einen deutlich negativen Beiklang.
Die Herkunft des Worts ist bis heute nicht vollständig geklärt. Manche vermuten einen Zusammenhang mit dem französischen „paillasse“ (Strohsack), was auf die einfachen Kostüme von Gauklern oder Komödianten hinweisen könnte. Andere sehen eine Verbindung zu italienischen Theaterfiguren wie dem „Pulcinella“. Fakt ist: Die Suche führt weit über das Senseland hinaus, quer durch die Kulturgeschichte des Alpenraums.
So ist „Pajass“ mehr als nur ein Schimpfwort – es ist ein kleines Kulturgut der Schweiz, das zeigt, wie sich Sprache wandelt und wie leicht Spott und Anerkennung in einem Begriff zusammenfallen können.
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