Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine schwerwiegende psychische Erkrankung, die nach dem Erleben extrem belastender Ereignisse – wie schweren Unfällen, Gewaltverbrechen, Naturkatastrophen oder kriegerischen Konflikten – auftreten kann. Betroffene leiden häufig unter wiederkehrenden Erinnerungen, Flashbacks, starker emotionaler Belastung und dem Gefühl ständiger Bedrohung.

Angesichts dieser tiefgreifenden Symptomatik stellt sich für viele Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige schnell die entscheidende Frage: Welcher Arzt ist der richtige Ansprechpartner für die Diagnose und Behandlung einer PTBS?

Der folgende Fachartikel beleuchtet die verschiedenen medizinischen Fachrichtungen, die an der professionellen Diagnostik und multimodalen Therapie der Posttraumatischen Belastungsstörung beteiligt sind.

1. Die erste Anlaufstelle: Der Hausarzt als Wegweiser

In den allermeisten Fällen führt der erste Weg bei gesundheitlichen Beschwerden zum Hausarzt oder zur Hausärztin.

Obwohl Hausärztinnen und Hausärzte selten spezialisierte Traumatherapeuten sind, spielen sie eine zentrale Rolle im Hilfesystem:

  • Symptom-Erfassung: Sie nehmen körperliche und psychische Beschwerden ernst, schließen andere organische Ursachen aus und erkennen erste Indikatoren einer Traumafolgestörung.

  • Koordination: Der Hausarzt fungiert als medizinischer Lotse. Er stellt Überweisungen aus – etwa an Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder an psychologische Psychotherapeuten.

  • Medizinische Erststabilisierung: Bei akuten Schlafstörungen, schwerer innerer Unruhe oder panikartigen Zuständen kann der Hausarzt im Rahmen einer akuten Krisenintervention temporär medikamentöse Hilfen veranlassen, bis ein spezialisierter Facharzt übernimmt.

2. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

Wenn es um die medizinische Kernkompetenz bei psychischen Erkrankungen geht, ist der Psychiater (Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie) die wichtigste ärztliche Instanz.

Psychiater sind Mediziner, die sich nach ihrem Medizinstudium jahrelang auf die Erkennung, Behandlung und Prävention von seelischen Erkrankungen spezialisiert haben. Im Kontext der PTBS übernehmen sie essenzielle Aufgaben:

  • Spezifische Diagnostik: Mittels standardisierter psychologischer Testverfahren und klinischer Gespräche stellen sie eine präzise Diagnose und differenzieren die PTBS von anderen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.

  • Kombinierte Behandlungsansätze: Da Psychiater sowohl den medizinisch-somatischen als auch den psychotherapeutischen Hintergrund beherrschen, können sie ganzheitliche Behandlungspläne entwerfen.

  • Pharmakotherapie: Sollte die Symptomatik so stark ausgeprägt sein, dass eine Psychotherapie allein nicht ausreicht oder der Leidensdruck zu hoch ist (z. B. bei massiven Schlafstörungen oder schwerer Depressivität), verordnen Psychiater gezielt Medikamente wie Antidepressiva (insbesondere SSRI), die das überlastete Nervensystem regulieren können.

Welche weiteren Facharztgruppen und psychotherapeutischen Fachkräfte an der spezialisierten Traumatherapie beteiligt sind und wie ein multimodaler Behandlungsplan aussieht, erfahren Sie im zweiten Teil dieses Artikels.

Welcher Aspekt der Behandlung oder welche spezifischen Therapieformen bei einer PTBS interessieren Sie besonders?