Das Aus von Kik: Warum der beliebte Teenager-Messenger ins Wanken geriet

Jahrelang gehörte Kik zu den weltweit beliebtesten Messaging-Apps, besonders unter Jugendlichen. Durch die einfache Registrierung ohne Telefonnummer gewann die Plattform eine riesige Community. Doch im September 2019 schockierte eine Nachricht Millionen von Nutzern: Der Messenger sollte nach knapp zehn Jahren komplett eingestellt werden. Die Gründe dafür lagen nicht etwa an mangelndem Interesse der User, sondern an einem harten Rechtsstreit in den USA.

Hauptgrund für die Krise war eine Klage der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission). Kik Interactive hatte im Jahr 2017 seine eigene Kryptowährung namens Kin über einen sogenannten Initial Coin Offering (ICO) eingeführt und dabei rund 100 Millionen US-Dollar eingenommen. Die Aufsichtsbehörde stufte diesen Verkauf jedoch als unregistrierten Wertpapierhandel ein. Um die extrem hohen Anwalts- und Prozesskosten für den juristischen Kampf zu finanzieren, beschloss die Unternehmensführung ursprünglich, die Messenger-App aufzugeben und die Ressourcen vollständig auf das Krypto-Projekt zu konzentrieren.

Dieser Schritt zeigte eindringlich, wie schwerwiegend regulatorische Hürden im Krypto-Sektor selbst etablierte Tech-Unternehmen treffen können. Zwar übernahm wenig später die Holding MediaLab die Anwendung und rettete den Betrieb in letzter Minute, doch der Rechtsstreit markierte das Ende einer Ära für den eigenständigen Pionier-Messenger.

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