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Es fällt vielen Menschen schwer, sich dem Hausarzt oder der Hausärztin anzuvertrauen, wenn die Seele leidet. Doch der zweite und mindestens genauso wichtige Schritt nach der Vorbereitung ist das Gespräch selbst und die Gewissheit, dass Sie damit nicht allein sind. Hier erfahren Sie, wie Sie das Thema im Sprechzimmer ansprechen und welche Wege danach offenstehen.
Der Moment im Sprechzimmer: Mut zum ersten Satz
Oft ist die Angst vor der Reaktion größer als die Realität. Ärztinnen und Ärzte erleben solche Gespräche täglich; psychische Beschwerden gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arztbesuch.
Direkt ansprechen: Wenn Ihnen ein offener Einstieg schwerfällt, nutzen Sie vorbereitete Notizen oder sagen Sie direkt: "Ich komme eigentlich wegen körperlicher Beschwerden, aber ich merke, dass mir alles psychisch über den Kopf wächst."
Symptome benennen: Beschreiben Sie, wie sich die Belastung im Alltag anfühlt – sei es durch anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen, ständige Sorgen oder innere Leere.
Keine Scham zeigen: Sie müssen sich nicht rechtfertigen. Eine seelische Krise ist genauso behandlungskurativ wie eine körperliche Erkrankung.
Welche Schritte folgen nach dem Gespräch?
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen zuhören und gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte besprechen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung:
Ausschluss körperlicher Ursachen: Zuerst wird oft Blut abgenommen oder untersucht, ob körperliche Faktoren (wie Schilddrüsenprobleme oder Vitaminmängel) hinter den Symptomen stecken.
Medizinische Beratung: Es kann besprochen werden, ob vorübergehend eine medikamentöse Unterstützung sinnvoll ist.
Überweisung und Vermittlung: Sie erhalten eine Überweisung für eine psychotherapeutische Sprechstunde oder Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie.
Erste Hilfe bei akuten Krisen
Manchmal ist der Leidensdruck so groß, dass ein regulärer Arzttermin zu weit entfernt scheint. In akuten Krisen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz professionelle Sofortangebote:
TelefonSeelsorge: Kostenlos und rund um die Uhr erreichbar unter 116 123 (Deutschland) oder 142 (Österreich).
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: Unter der Nummer 116 117 (Deutschland) erhalten Sie außerhalb der Praxisöffnungszeiten schnellen ärztlichen Rat.
Notruf: In akuten Notfällen wählen Sie sofort den Notruf (112 in Europa).
Der Gang zum Arzt ist ein starker und mutiger erster Schritt zur Besserung. Denken Sie daran: Hilfe anzunehmen ist ein Zeichen von Stärke, nicht von Schwäche.
Haben Sie Fragen zu bestimmten Anlaufstellen oder möchten Sie wissen, wie Sie die Wartezeit auf einen Therapieplatz überbrücken können?
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