Habe ich eine dissoziative Identitätsstörung?

Die Frage, ob man an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, ist nicht leicht zu beantworten – und sollte immer von einem erfahrenen Arzt oder Psychotherapeuten geklärt werden. Es gibt jedoch klare Hinweise, auf die man achten kann.

Was ist eine dissoziative Identitätsstörung?

Früher oft als „multiple Persönlichkeitsstörung“ bezeichnet, zeichnet sich diese seltene Störung durch das Vorhandensein von zwei oder mehr unterschiedlichen Identitäten aus. Jede dieser Identitäten kann das Verhalten, die Sprache und sogar die Erinnerungen einer Person beeinflussen. Betroffene bemerken oft, dass sie Zeitabschnitte nicht mehr erinnern können, als hätten sie „ein Blackout“ gehabt – dabei war eine andere Identität „an der Oberfläche“.

Ein zentrales Merkmal ist auch ein gestörtes Selbstgefühl: Man fühlt sich fremd in der eigenen Haut, als wäre man nicht wirklich präsent oder als würde man das Leben nur beobachten, statt es zu erleben. Solche Symptome treten meist nach schweren traumatischen Erlebnissen auf, besonders in der Kindheit.

Wann zum Arzt?

Wenn du dich wiederholt verwirrt fühlst, Erinnerungslücken hast oder das Gefühl hast, andere „Ichs“ in dir zu spüren, ist es wichtig, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine genaue Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch über deine Geschichte, dein Erleben und deine Symptome. Keine App, kein Test im Internet ersetzt das.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Therapie – meist eine langfristige Psychotherapie – können sich Betroffene deutlich verbessern. Es geht nicht darum, Identitäten zu „löschen“, sondern darum, einen gesunden Umgang miteinander zu finden und das eigene Ich wieder zu stärken.

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