Das Kreuz und der Hahn auf dem Kirchturm

Ein häufig gestelltes Frage lautet: Tragen evangelische Kirchen auch ein Kreuz? Die Antwort ist nicht so einfach, wie sie klingt. In den meisten Teilen Deutschlands ist es tatsächlich so, dass evangelische Kirchen durch ein Kreuz auf dem Kirchturm gekennzeichnet sind. Die katholischen hingegen zeigen oft einen Hahn als Wetterfahne. Doch es gibt eine interessante Ausnahme: in Norddeutschland.

Dort verhält es sich zum Teil genau umgekehrt. In dieser Region findet man bei katholischen Kirchen häufig das Kreuz, während der Hahn typischerweise auf Kirchen reformierter Gemeinden steht. Der Hahn selbst hat eine tiefe symbolische Bedeutung: Er erinnert an den Bibeltext, in dem Petrus Jesus dreimal verleugnet – und kurz darauf der Hahn krähte. Er steht also für Reue, Wachsamkeit und die Warnung, im Glauben treu zu bleiben.

Ein kleines Symbol, große Bedeutung: Ob Kreuz oder Hahn – beides sind Zeichen des Glaubens, die aus der Ferne sichtbar sind. Wer durch deutsche Dörfer wandert, kann so oft schon am Kirchturm erkennen, welcher Konfession die Gemeinde angehört. Doch Vorsicht: Die Regel hat viele Ausnahmen. Die Geschichte der Kirchen, regionale Traditionen und historische Entwicklungen haben dafür gesorgt, dass sich keine feste Regel für ganz Deutschland ziehen lässt.

Am Ende ist es weniger wichtig, ob Kreuz oder Hahn oben thront – entscheidend ist, was unten in der Gemeinde lebendig wird: der Glaube, die Gemeinschaft und die Botschaft von Vergebung und Hoffnung.

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