Das doppelte Perfekt: Ein häufiger Fehler im Deutschen

„Wir haben miteinander gesprochen gehabt.“ Klingt fast richtig – ist es aber nicht. Viele Menschen verwenden im Alltag unbewusst das sogenannte doppelte Perfekt, ohne zu merken, dass es grammatikalisch falsch ist. Dabei ist die Regel eigentlich einfach: Im Deutschen braucht man im Perfekt nur ein Hilfsverb – entweder „haben“ oder „sein“ – und das Partizip II des Verbs. Wenn man dann noch ein weiteres Partizip II anhängt, entsteht ein doppeltes Perfekt, das es so nicht geben sollte.

Der Satz „gesprochen gehabt“ enthält genau dieses Problem: „haben“ als Hilfsverb und gleichzeitig „gehabt“ als weiteres Partizip. Richtig wäre einfach „wir haben miteinander gesprochen“. Genauso sagt man „ich bin gegangen“, nicht „ich bin gegangen gewesen“ – auch das wäre ein doppeltes Perfekt.

Warum passiert dieser Fehler so oft? Vor allem in der Umgangssprache wird das doppelte Perfekt immer verbreiteter. Manche denken, es klinge natürlicher oder betone die Vergangenheit stärker. Doch in der Standardsprache gilt es weiterhin als falsch. Besonders in schriftlichen Arbeiten, Bewerbungen oder offiziellen Texten sollte man darauf achten, es zu vermeiden.

Interessant ist, dass das doppelte Perfekt in anderen Sprachen wie dem Italienischen durchaus üblich ist – vielleicht spielt das auch eine Rolle bei der wachsenden Akzeptanz im Deutschen. Aber solange die deutsche Grammatik darauf besteht, bleibt: Einmal „haben“ oder „sein“ – und nicht zweimal.

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