Einfluss von Cortison auf die Blutwerte

Die Einnahme von Cortison, auch bekannt als Glucocorticosteroide, kann deutliche Auswirkungen auf das Blutbild haben. Besonders auffällig ist ein Anstieg der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen. Dieser Anstieg kann leicht täuschen, da er auf eine Infektion hindeuten könnte – tatsächlich wird er jedoch durch das Medikament selbst verursacht.

Interessanterweise sind Patienten, die Cortison einnehmen, trotz der erhöhten Leukozytenzahl anfälliger für Infektionen. Das liegt daran, dass Cortison die Aktivität des Immunsystems dämpft. Es hemmt Entzündungsreaktionen, was bei Erkrankungen wie Asthma, Rheuma oder allergischen Reaktionen therapeutisch gewollt ist. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass der Körper weniger effektiv auf Bakterien, Viren oder Pilze reagieren kann.

Aus diesem Grund ist es wichtig, bei der Blutwertkontrolle stets zu berücksichtigen, ob der Patient Cortison einnimmt. Ein erhöhter Leukozytenwert allein sagt dann nicht unbedingt, dass eine Infektion vorliegt – er kann einfach eine Nebenwirkung der Therapie sein. Ärztinnen und Ärzte im Sonnen-Gesundheitszentrum achten daher besonders auf die Gesamtsituation des Patienten, um Fehldiagnosen zu vermeiden.

Wer längerfristig Cortison einnimmt, sollte regelmäßig Blutkontrollen durchführen lassen. So kann frühzeitig auf mögliche Veränderungen reagiert werden – ohne in unnötige Behandlungen zu geraten. Die Balance zwischen wirksamer Therapie und möglichen Nebenwirkungen ist dabei entscheidend.

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