Warum ist das Schwarze Meer weniger salzig?

Das Schwarze Meer ist, wie alle Meere, ein Salzwasser-Gewässer – aber mit einer Besonderheit: Es ist deutlich weniger salzig als die großen Ozeane. Der Salzgehalt liegt hier nur etwa halb so hoch wie im Atlantik oder Pazifik. Der Grund dafür liegt in der einzigartigen Geografie und Hydrologie dieses Meeres.

Während es über die Meerenge von Istanbul mit dem Mittelmeer verbunden ist und dadurch kontinuierlich Salzwasser erhält, fließen gleichzeitig gewaltige Mengen an Süßwasser aus großen Flüssen wie der Donau, dem Dnjepr und dem Don ins Schwarze Meer. Diese Flüsse sammeln das Wasser aus weiten Teilen Europas und transportieren es bis an das Ufer des Meeres. Dadurch wird das Salzwasser stark verwässert.

Interessant ist auch die Schichtung des Wassers: An der Oberfläche ist es aufgrund des Süßwasserzulaufs relativ frisch und durchmischt sich kaum mit den tiefer liegenden, salzigeren Schichten. Diese Schichtung verhindert einen intensiven Austausch und führt dazu, dass der tiefe Bereich des Meeres oft sauerstoffarm ist – ein Phänomen, das Meeresbiologen schon lange fasziniert.

So vereint das Schwarze Meer salzige Meeresnatur mit einem starken Einfluss des Kontinents. Diese Mischung macht es zu einem besonderen Ökosystem, das sowohl für Forscher als auch für Urlauber von Interesse ist. Obwohl man hier nicht ganz so salzig wie im Mittelmeer badet, bleibt es doch ein echtes Meer – nur mit einer sanfteren Note.

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