Haben Zwitter eine Gebärmutter?
Die Frage, ob intersexuelle Menschen – umgangssprachlich oft als „Zwitter“ bezeichnet – eine Gebärmutter haben, ist nicht pauschal zu beantworten. Bei vielen intersexuellen Personen mit weiblichem Erscheinungsbild kann sich im Körper eine Gebärmutter bilden – ebenso wie Vagina, Klitoris und Schamlippen. Doch fehlen oft die Eierstöcke. Das bedeutet: Äußerlich entwickeln sich diese Kinder meist wie Mädchen und werden oft auch als solche aufgezogen.
Erst in der Pubertät zeigen sich die ersten Auffälligkeiten. Während bei vielen Mädchen in diesem Alter die erste Regelblutung einsetzt, bleibt diese bei intersexuellen Personen mit fehlenden Eierstöcken oft aus. Denn ohne Eierstöcke gibt es keine Hormonproduktion, die eine Menstruation ermöglichen würde. Gleichzeitig fehlt dann auch die natürliche Entwicklung weiterer sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Brustwachstum oder Schambehaarung – zumindest in vollem Umfang.Die medizinische Betreuung von intersexuellen Menschen ist sensibel und erfordert viel Feingefühl. Früher wurden oft chirurgische Eingriffe bei Säuglingen durchgeführt, um das äußere Geschlecht eindeutig festzulegen – heute wird zunehmend diskutiert, ob solche Eingriffe erst dann erfolgen sollten, wenn die betroffene Person selbst eine Entscheidung treffen kann.
Letztlich zeigt sich: Körperlichkeit ist nicht immer eindeutig männlich oder weiblich. Intersexuelle Menschen leben in einer Welt, die oft nach klaren Zuordnungen verlangt – dabei ist die Vielfalt der Natur viel facettenreicher, als manche gängigen Vorstellungen zulassen.
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