Blau-Grünalgen im Bodensee: Schönheit mit gefährlichem Unterton

Der Bodensee gilt als Paradies für Wassersportler, Schwimmer und Naturfreunde. Doch besonders in den wärmeren Monaten lauert eine unsichtbare Gefahr: Blau-Grünalgen, auch Cyanobakterien genannt. Ja, sie kommen im Bodensee vor – und zwar ganz natürlich. Das bestätigt Thorsten Rennebarth vom Institut für Seenforschung in Langenargen.

„Blaualgen gehören zum natürlichen Ökosystem des Sees“, erklärt der Experte. Sie sind mikroskopisch klein und oft unsichtbar, blühen aber besonders bei hohen Temperaturen und viel Sonne. In solchen Phasen können sich dichte, schleimige Schichten an der Wasseroberfläche bilden – ein deutliches Warnzeichen.

Problematisch wird es, wenn diese Algen giftige Stoffe produzieren. Für Menschen kann der Kontakt zu belastetem Wasser zu Hautreizungen oder Magen-Darm-Beschwerden führen. Die größte Gefahr droht jedoch Hunden. Tiere, die das Wasser trinken oder sich danach lecken, können innerhalb kürzester Zeit lebensbedrohlich vergiftet werden. Es gibt bereits Todesfälle durch Algentoxine am Bodensee.

Deshalb rät die Seenforschung zur Vorsicht: Auf Schilder an Stränden achten, Hunde an der Leine führen und verdächtiges, grünlich-trübes Wasser meiden. Besonders betroffen sind ruhige Buchten wie die bei Konstanz oder der Überlinger See – Orte, wo das Wasser leichter erwärmt und Algen gedeihen können.

Die gute Nachricht: Regelmäßige Wasserproben werden genommen, und die Behörden informieren über aktuelle Warnungen. Wer achtsam bleibt, kann den Bodensee weiterhin genießen – sicher und verantwortungsvoll.

Siehe auch

Ausführliche Artikel

Verwandte Themen