Bekommt man mit steigendem Alter mehr Urlaub?

Ein oft gehörter Mythos ist, dass Arbeitnehmer ab einem bestimmten Lebensalter automatisch mehr Urlaub bekommen. Doch laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) sieht die gesetzliche Regelung das anders vor: Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt bei einer 5-Tage-Woche 20 Arbeitstage im Jahr – unabhängig vom Alter.

Das bedeutet: Ob 25 oder 60 Jahre – jeder Arbeitnehmer hat zunächst denselben gesetzlichen Anspruch. Das BUrlG selbst sieht keine Altersstaffelung vor. Es gibt also keinen automatischen Zuwachs an Urlaubstagen, nur weil man älter wird.

Allerdings kann es in bestimmten Tarifverträgen oder Arbeitsverträgen individuelle Regelungen geben, nach denen ältere Arbeitnehmer mehr Urlaub erhalten. Solche Vereinbarungen sind jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern freiwillige Leistungen des Arbeitgebers oder Ergebnis von Tarifverhandlungen.

Einige Branchen nutzen diese Regelung, um ältere Beschäftigte zu entlasten – beispielsweise im Pflege- oder Produktionsbereich, wo körperliche Belastungen höher sind. Hier kann es schon mal vorkommen, dass Mitarbeiter ab 55 oder 60 zusätzliche Tage bekommen. Doch das ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Wenn du wissen willst, ob du mehr Urlaub hast, lohnt es sich, deinen Arbeits- oder Tarifvertrag genau anzuschauen. Denn der gesetzliche Mindesturlaub ist nur die untere Grenze – was darüber hinaus geht, regeln meist die Verträge vor Ort.

Einmal mehr zeigt sich: Der klassische Urlaubsanspruch wächst mit den Jahren nicht – wohl aber die Chancen auf mehr Freizeit, wenn der Arbeitgeber etwas zuschiebt.

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