Lungenhochdruck und Bluthochdruck: Zwei verschiedene Kreisläufe

Wer die Diagnose Lungenhochdruck (in der Fachmedizin als pulmonale Hypertonie oder PH bezeichnet) erhält, stellt sich häufig die Frage, ob damit auch der klassische Bluthochdruck im restlichen Körper einhergeht. Die kurze Antwort lautet: Nein, nicht zwingend. Es handelt sich hierbei um zwei grundlegend verschiedene Probleme des menschlichen Herz-Kreislauf-Systems.

Der herkömmliche Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) betrifft den sogenannten großen Körperkreislauf. Hier pumpt die linke Herzhälfte sauerstoffreiches Blut mit zu hohem Druck durch den gesamten Körper, um Organe und Gewebe zu versorgen. Lungenhochdruck hingegen ist eine spezifische Erkrankung des kleinen Kreislaufs, also des Lungenkreislaufs. Bei dieser chronischen Erkrankung sind die Blutgefäße zwischen der rechten Herzhälfte und der Lunge verengt oder blockiert. Die Folge ist ein gefährlicher Druckanstieg, der ausschließlich diesen Bereich betrifft und das Herz massiv belasten kann.

Obwohl es sich um getrennte Systeme handelt, können beide Erkrankungen in manchen Fällen gleichzeitig auftreten – etwa wenn eine jahrelange, schlecht eingestellte arterielle Hypertonie das Herz so stark schädigt, dass sich das Blut bis in die Lunge zurückstaut. Dennoch müssen Mediziner beide Formen strikt voneinander trennen, da sie völlig unterschiedliche Ursachen haben und eine jeweils eigene, spezifische Behandlung erfordern.

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