Depressionen: Am häufigsten in der Mitte des Lebens

In Deutschland ist die Diagnose Depression längst kein Tabuthema mehr – doch viele wissen nicht, bei welchen Altersgruppen das psychische Leiden am häufigsten auftritt. Laut Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) aus der Studie GEDA 2010 zeigen sich die höchsten Raten an gemeldeten Depressionen bei Menschen zwischen 45 und 64 Jahren.

In dieser Lebensphase kämpfen viele mit den Folgen von beruflichem Stress, familiären Herausforderungen oder gesundheitlichen Veränderungen. Bei Frauen in dieser Altersgruppe lag die 12-Monats-Prävalenz bei beeindruckenden 12 Prozent, bei Männern bei immerhin 8 Prozent. Das bedeutet: Fast jede zehnte Frau und fast jeder zwölfte Mann in der mittleren Lebensphase berichtete innerhalb eines Jahres von einer depressiven Episode.

Interessant ist dagegen der Trend bei jüngeren Erwachsenen: Die Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen weist den niedrigsten Anteil an Depressionen auf. Das mag zunächst überraschen – schließlich wird oft vermutet, dass junge Menschen besonders gefährdet seien. Doch die Zahlen legen nahe, dass sich die Belastung erst mit fortschreitendem Alter und zunehmendem Druck aus Arbeit, Familie und gesellschaftlichen Erwartungen intensiviert.

Wichtig ist: Depressionen sind behandelbar, unabhängig vom Alter. Gerade in der Lebensmitte kann die Erkenntnis, dass es anderen ebenso geht, den ersten Schritt zur Hilfe leichter machen. Offen darüber zu sprechen, bleibt der Schlüssel, um Stigmatisierung abzubauen und Betroffenen den Weg zur Therapie zu ebnen.

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