Wo kommt das Christkind her?

In vielen deutschen Regionen, besonders im Süden und Westen, aber auch in Österreich, der Schweiz und weiteren europäischen Ländern, bringt am Heiligabend das Christkind die Weihnachtsgeschenke. Diese zarte, oft mit goldenem Haar und einem Sternenhof dargestellte Figur verkörpert die besinnliche und friedvolle Seite der Weihnacht.

Anders als der amerikanisch geprägte Weihnachtsmann, der durch den Kamin kommt, wird das Christkind meist als unsichtbare, himmlische Erscheinung verstanden, die leise in die Stuben schwebt, sobald die Kerzen am Tannenbaum brennen. Die Vorstellung entstand im Protestantismus des 16. Jahrhunderts – als religiöse Alternative zu Sankt Nikolaus, um den Fokus auf das Geschehen in Bethlehem zu lenken.

Heute teilt sich das Christkind die Botschaft der Bescherung oft mit dem Weihnachtsmann. In manchen Familien gibt es sogar beide: Der Nikolaus besucht am 6. Dezember, das Christkind dann am 24. Dezember. Besonders in katholischen Gegenden bleibt die Tradition besonders lebendig – etwa durch Weihnachtsmärkte, Krippenspiele oder den berühmten Striezelmarkt in Dresden, wo das Christkind oft feierlich begrüßt wird.

Ob als Symbol für den göttlichen Segen oder als liebenswürdiges Märchenwesen – das Christkind bleibt eine zentrale Gestalt der deutschen Weihnacht. Und nicht nur dort: Auch in Frankreich, Polen oder in Teilen Italiens kennt man ähnliche Figuren, die das Fest der Liebe verkörpern.

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