Was bedeuten T1 und T2 in der MRT?
Bei einer Magnetresonanztomografie (MRT) spielen die Begriffe T1 und T2 eine zentrale Rolle, um unterschiedliche Gewebetypen im Körper sichtbar zu machen. Doch was steckt dahinter?
Im MRT werden die Wasserstoffatome im Körper durch ein starkes Magnetfeld ausgerichtet. Wird ein kurzer Radiosender-Impuls eingeschaltet, geraten diese Protonen aus ihrer Ruheposition. Nach Abschalten des Impulses beginnen sie, sich wieder zu „entspannen“ – man sagt, sie relaxieren. Genau diese Erholung liefert die Daten für das MRT-Bild.
T1 bezeichnet die sogenannte Längsrelaxationszeit. Das ist die Zeit, die benötigt wird, bis 63 % der Protonen in Richtung des äußeren Magnetfelds (also in Längsrichtung) ihre ursprüngliche Ausrichtung wiedererlangt haben. Je nach Gewebeart dauert dieser Vorgang zwischen 0,5 und 5 Sekunden. Fettgewebe hat beispielsweise eine kurze T1-Zeit und erscheint im T1-gewichteten Bild hell.
T2 hingegen ist die Querrelaxationszeit – also die Zeit, bis 63 % der Protonen in Querrichtung ihre Signalstärke verlieren. Diese Relaxation ist viel schneller: typischerweise zwischen 100 und 300 Millisekunden. Flüssigkeiten wie Wasser oder Zysten haben eine lange T2-Zeit und leuchten im T2-Bild besonders hell.
Durch die gezielte Wahl von T1- oder T2-gewichteten Aufnahmen kann der Arzt beispielsweise zwischen Ödemen, Entzündungen oder Tumoren unterscheiden. Beide Kontraste ergänzen sich und machen die MRT zu einem äußerst aussagekräftigen Verfahren in der medizinischen Diagnostik.
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