Wird Cortisol im großen Blutbild gemessen?

Im sogenannten „großen Blutbild“ wird Cortisol in der Regel nicht automatisch mitbestimmt. Dieses Standardlaborprofil umfasst hauptsächlich Werte wie Blutzucker, Leberwerte, Nierenparameter oder Blutbildmerkmale – aber nicht Hormone wie Cortisol. Dennoch spielt das Stresshormon eine wichtige Rolle bei der Abklärung bestimmter Erkrankungen.

Wenn Ärztinnen und Ärzte einen Verdacht auf eine Störung der Nebenniere haben – etwa bei Verdacht auf ein Hyperkortisolismus (zu viel Cortisol, wie beim Cushing-Syndrom) oder einen Hypokortisolismus (zu wenig Cortisol, wie bei Morbus Addison) –, wird gezielt eine Cortisol-Bestimmung im Blut angeordnet. Oft wird dabei nicht nur Cortisol gemessen, sondern auch das ACTH (adrenokortikotropes Hormon), das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und die Cortisolproduktion steuert.

Die Blutabnahme erfolgt meist morgens, da Cortisol einen typischen Tagesrhythmus hat: Der Spiegel ist am Morgen am höchsten und sinkt im Laufe des Tages ab. Eine Aussagekraft hat der Wert daher nur in Kombination mit dem Tageszeitpunkt und gegebenenfalls weiteren Belastungstests.

Wer unter anhaltender Müdigkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Blutdruckproblemen leidet, sollte mit seinem Arzt besprechen, ob eine Abklärung der Nebennierenfunktion sinnvoll ist. Die Cortisolbestimmung ist dann kein Routinecheck, aber ein gezielter und wertvoller Schritt zur Diagnose.

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