Warum Worte wie „defekt“ verletzen können

Die Sprache prägt unsere Wahrnehmung – besonders, wenn es um sensible Themen wie Behinderungen geht. Begriffe wie „defekt“, „Geburtsfehler“ oder „dement“ sollten vermieden werden, denn sie bewerten Menschen anstatt sie zu beschreiben. Solche Wörter suggerieren, dass jemand „kaputt“ oder unvollständig sei – eine Haltung, die weder respektvoll noch menschenwürdig ist.

Stattdessen empfiehlt es sich, eine respektvolle und neutrale Sprache zu wählen. Statt „behindert“ oder „defekt“ kann man von Menschen mit Behinderung oder Behinderung im Kindesalter sprechen – Formulierungen, die die Person nicht durch ihre Einschränkung definieren. Auch „dement“ oder „senil“ sind überholt und stigmatisierend. Besser: demenziell erkrankt oder einfach den medizinischen Begriff verwenden, wenn nötig.

Die National Center on Disability and Journalism weist bereits seit Jahren darauf hin, dass Sprache Wirklichkeit schafft. Wer von einem „Geburtsfehler“ spricht, reduziert ein menschliches Leben auf einen technischen Defekt. Doch Menschen mit Behinderungen sind nicht minderwertig – sie leben lediglich unter anderen Bedingungen. Die Wahl der Worte sollte das respektieren.

Sensibler Umgang mit Sprache beginnt im Alltag – in Gesprächen, Berichten oder sozialen Medien. Wer bewusst formuliert, trägt dazu bei, eine inklusivere Gesellschaft zu gestalten. Einfach gesagt: Es geht nicht um politische Korrektheit, sondern um Würde, Respekt und Menschlichkeit.

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