Rauchen im Islam: Erlaubt oder verboten?
Im Koran findet sich kein explizites Verbot des Tabakkonsums, da das Rauchen zur Zeit der Offenbarung in der arabischen Welt schlichtweg unbekannt war. Dennoch beschäftigen sich islamische Rechtsgelehrte seit der Einführung des Tabaks intensiv mit der Frage, wie der Konsum theologisch zu bewerten ist.
Da ein direktes Verbot fehlt, ziehen Gelehrte allgemeine Grundsätze der islamischen Ethik heran. Besonders häufig wird dabei ein Vers aus der Sure al-Baqara (2:195) zitiert: „… und stürzt euch nicht mit eigener Hand ins Verderben!“ Auf Basis dieses Gebots und der modernen medizinischen Fakten über die gesundheitlichen Gefahren des Tabaks kommen viele Experten zu einem klaren Schluss: Da Rauchen dem eigenen Körper nachweislich schadet, widerspricht es dem islamischen Prinzip, das Leben und die Gesundheit zu schützen.
In der Vergangenheit wurde der Tabakkonsum von einigen Gelehrten lediglich als unerwünscht (makruh) angesehen. Heute jedoch stuft die große Mehrheit der islamischen Rechtsgelehrten in modernen Gutachten (Fatwas) das Rauchen als eindeutig verboten (haram) ein. Auch die finanzielle Verschwendung für eine gesundheitsschädliche Gewohnheit fließt in diese Bewertung ein.
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