Gelatine: Wie gesund ist das Proteingemisch wirklich?
Ob in Gummibärchen, Desserts oder Nahrungsergänzungsmitteln – Gelatine ist in zahlreichen Speisen zu finden. Da sie fast vollständig aus Eiweiß besteht, schreiben ihr viele Menschen eine gesundheitsfördernde Wirkung zu. Oft wird sie als Geheimtipp für starke Gelenke, feste Nägel und straffe Haut gehandelt. Doch der Schein trügt.
Trotz ihres hohen Proteingehalts bietet Gelatine für den menschlichen Körper kaum einen nennenswerten gesundheitlichen Mehrwert. Der Grund dafür liegt in ihrer speziellen Zusammensetzung aus Aminosäuren: Gelatine fehlt die essenzielle Aminosäure Tryptophan. Ohne diesen wichtigen Baustein ist die biologische Wertigkeit äußerst gering, weshalb der Körper das enthaltene Eiweiß nicht optimal für den Gewebeaufbau verwerten kann.
Auch der Mythos, dass der Verzehr von Gelatine direkt den Knorpelaufbau in den Gelenken unterstützt, hält wissenschaftlichen Prüfungen kaum stand. Während des Verdauungsprozesses wird das Eiweiß ohnehin in seine Bestandteile zerlegt. Wer etwas für seine Gesundheit und Eiweißversorgung tun möchte, greift daher besser zu ausgewogenen Proteinlieferanten mit vollständigem Aminosäureprofil wie Hülsenfrüchten, Nüssen, Eiern oder magerem Fleisch.
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