Was ist Hypochondrie? Eine Angst, die körperliche Formen annimmt

Hypochondrie ist mehr als nur „viel Aufmerksamkeit auf den Körper zu achten“ – sie wird medizinisch als psychosomatische Erkrankung eingestuft. Betroffene leiden oft unter der festen Überzeugung, schwer oder lebensbedrohlich krank zu sein, obwohl ärztliche Untersuchungen keine körperlichen Ursachen finden. Diese starke Sorge um die eigene Gesundheit ist real und belastend, auch wenn keine organische Krankheit dahintersteckt.

Die Hypochondrie zählt zu den sogenannten somatoformen Störungen. Das bedeutet: Die körperlichen Beschwerden haben keine messbare körperliche Ursache, sondern entstehen aus seelischen Konflikten oder seelischem Stress. Der Mensch täuscht sich dabei nicht – die Schmerzen oder Empfindungen sind für ihn absolut echt. Doch statt eines körperlichen Leidens liegt ein seelisches Problem zugrunde.

Typisch für Hypochondrie ist, dass Betroffene oft stundenlang Symptome googeln, immer wieder zum Arzt gehen oder Untersuchungen verlangen – und selbst bei beruhigenden Befunden nicht wirklich erleichtert sind. Die Angst kehrt schnell zurück, manchmal mit neuen Symptomen.

Die Ursachen liegen häufig in einer Kombination aus persöncher Veranlagung, vergangenen Erlebnissen – etwa einer schweren Krankheit in der Kindheit – und einer veränderten Wahrnehmung des eigenen Körpers. Viele Betroffene reagieren extrem empfindlich auf normale körperliche Signale wie Herzrasen oder Müdigkeit und deuten sie falsch.

Die gute Nachricht: Hypochondrie ist behandelbar. Psychotherapie, besonders die kognitive Verhaltenstherapie, hilft dabei, die kreisenden Gedanken zu durchbrechen und eine gesündere Haltung zum Körper zu entwickeln. Wichtig ist, dass Betroffene ernst genommen werden – ihre Angst mag irrational erscheinen, doch sie fühlen sie sehr real.

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