Das Plusquamperfekt – Vergangenheit vor der Vergangenheit

Das Plusquamperfekt beschreibt eine Handlung, die bereits abgeschlossen war, bevor ein anderes Ereignis in der Vergangenheit stattfand. Es ist also die „Vorvergangenheit“ – etwas, das noch weiter zurückliegt als das, was im Präteritum oder Perfekt erzählt wird.

Stellen Sie sich vor: Sie berichten von einem Urlaub, bei dem Sie erst spät im Hotel ankamen. Dann könnte man sagen: „Als wir um 22 Uhr am Hotel ankamen, hatten wir den Schlüssel schon verloren.“ Der Verlust des Schlüssels geschah hier vor der Ankunft – er liegt noch weiter zurück in der Zeit. Genau dafür ist das Plusquamperfekt da.

Die Bildung erfolgt wie beim Perfekt, nur mit dem Präteritum von „haben“ oder „sein“ statt des Präsens: „hatte gesagt“, „war gekommen“. Es taucht besonders oft in geschriebenen Erzählungen auf, etwa in Romanen oder Berichten, wo der zeitliche Ablauf genau dargestellt werden soll.

Im Alltag wird im Deutschen oft auf das Plusquamperfekt verzichtet – viele Sprecher verwenden stattdessen einfach das Perfekt. Doch in der schriftlichen Sprache sorgt die Zeitform für Klarheit: Wer genau erzählen möchte, was vor welchem Ereignis passiert ist, sollte sie kennen und gezielt einsetzen.

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