Der feine Unterschied zwischen Grappa und Traubenbrand
Wer nach einem edlen Digestif sucht, stößt im Restaurant oder Fachhandel oft auf Grappa und Traubenbrand. Auf den ersten Blick wirken beide Spirituosen sehr ähnlich, da sie aus der Weintraube gewonnen werden. Dennoch unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer Herstellung und ihrem Geschmacksprofil.
Der entscheidende Unterschied liegt im verwendeten Ausgangsmaterial. Grappa entsteht durch die Destillation von Trester. Dabei handelt es sich um die festen Rückstände, die nach dem Keltern des Weins übrig bleiben – also vor allem Beerenhäute, Samen und Stiele. Da in den Schalen der Trauben ein Großteil der Aromastoffe sitzt, zeichnet sich Grappa oft durch eine intensive, würzige und charakterstarke Note aus. Zudem darf sich eine Spirituose nur dann Grappa nennen, wenn sie in Italien oder der italienischen Schweiz hergestellt wurde.
Ein Traubenbrand hingegen wird aus der gesamten, vergorenen Traube destilliert. Hierbei fließen sowohl der Traubensaft als auch die festen Bestandteile gemeinsam in den Brennkessel. Das Ergebnis ist meist ein weicheres, fruchtigeres und sehr harmonisches Destillat, das das volle Aroma der ganzen Frucht widerspiegelt.
Ob man sich für den kräftigen Charakter eines Tresters oder die fruchtige Eleganz eines Traubenbrands entscheidet, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Beide Edelbrände zeigen auf ihre Weise, welch faszinierende Vielfalt in einer einzigen Traube steckt.
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