Ist Grappa eigentlich ein Wein?

Wer nach einem guten Essen einen Grappa serviert bekommt, fragt sich vielleicht: Handelt es sich dabei eigentlich um einen besonders starken Wein? Die klare Antwort lautet: Nein. Grappa ist kein Wein, sondern ein hochprozentiger Tresterbrand mit ganz eigener Tradition.

Der entscheidende Unterschied liegt im Rohstoff und im Herstellungsverfahren. Während Wein direkt durch die Gärung von Traubensaft entsteht, ist Grappa das Ergebnis einer präzisen Destillation. Für Grappa wird jedoch nicht der Saft genutzt, sondern der sogenannte Trester – also die festen Rückstände aus Beerenhäuten, Samen und Stielen, die beim Keltern der Weintrauben übrig bleiben. In diesen Häuten sitzen besonders viele ätherische Öle und Aromastoffe.

Oft wird Grappa mit einem allgemeinen Traubenbrand verwechselt. Der Unterschied ist jedoch wesentlich: Für einen Traubenbrand wird die gesamte vergorene Traube inklusive Saft und Fruchtfleisch destilliert. Grappa hingegen verarbeitet ausschließlich die gepressten Schalen. Das macht ihn zu einem eigenständigen Edelbrand, der das pure Aroma der jeweiligen Rebsorte in konzentrierter Form einfängt.

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