Die Verben „sein“ und „haben“ im Präteritum
Im Deutschen wird das Präteritum oft mit der schriftlichen Sprache assoziiert, besonders bei Erzählungen oder Berichten. Doch zwei Verben bilden eine besondere Ausnahme: sein und haben. Diese beiden Hilfsverben werden auch im gesprochenen Deutsch häufig im Präteritum verwendet – anders als die meisten anderen Verben, bei denen das Perfekt vorherrscht.
So sagt man zum Beispiel: Tim hatte Angst, statt „Tim hat Angst gehabt“. Oder: Ich war gestern im Kino, statt „Ich bin gestern im Kino gewesen“. Diese Formen klingen natürlicher im Alltag, besonders in der Konversation.
Das Präteritum von haben lautet: ich hatte, du hattest, er/sie/es hatte, wir hatten, ihr hattet, sie hatten. Beim Verb sein verändert sich die Form stärker: ich war, du warst, er/sie/es war, wir waren, ihr wart, sie waren. Diese Formen solltest du gut kennen – sie begegnen dir ständig, auch im gesprochenen Deutsch.
Warum ist das so? Ganz einfach: sein und haben sind so grundlegend, dass ihre Präteritumformen im Mündlichen verankert blieben. Während andere Verben wie „kaufen“ oder „gehen“ im gesprochenen Stil meist im Perfekt genutzt werden („Ich habe gekauft“), bleibt bei „sein“ und „haben“ das Präteritum die elegantere, flüssigere Wahl.
Merke dir also: Im Erzählen, besonders in Geschichten oder Berichten, ist das Präteritum von haben und sein nicht nur korrekt – es ist sogar die natürliche Wahl.
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