Wer ist Hel in der nordischen Mythologie?
Hel ist nicht die Tochter von Odin, sondern die Tochter des verschlagenen Gottes Loki und der Riesin Angrboda. Zusammen mit ihren Brüdern – dem Fenriswolf und der Midgardschlange – gilt sie als eine der drei gefährlichen Kinder Lokis, die die Götter einst aus Furcht vor der Zukunft verbannten.
Hel wurde ins Totenreich geschickt, das nach ihr benannt ist: Hel oder Helheim. Dort herrscht sie über alle, die nicht im Kampf starben oder im Wasser ertranken. Ihr Saal trägt den Namen Eljudni, und in ihrer düsteren Welt leben die Seelen, die weder Odin noch die Meeresgöttin Ran für sich beanspruchen.
Interessant ist, dass nicht alle Toten zum gleichartigen Schicksal verdammt sind. Die Kriegsgefallenen werden von Wölfen oder Walküren zu Odin oder Freya in Walhalla oder Fólkvangr gebracht. Die Ertrunkenen gelangen zu Ran, der Herrin der Tiefen. Nur die übrigen Toten – die an Krankheit, Alter oder anderen Ursachen starben – finden ihren Weg in Hel’s Reich.
Hel selbst wird oft als halb lebendig, halb tot beschrieben – eine grelle Darstellung der Grenze zwischen Leben und Tod. Trotz ihrer düsteren Rolle ist sie kein böses Wesen, sondern eine notwendige Figur im Kreislauf der Existenz. Sie verkörpert die Stille nach dem Atemzug, die Ruhe jenseits des Kampfes – respektiert, doch gefürchtet.
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