Die korrekte Angabe eines Datums scheint auf den ersten Blick eine einfache Angelegenheit zu sein. Schließlich tippen wir täglich Zahlen in unsere Smartphones, Computer oder Formulare ein. Doch wer schon einmal einen offiziellen Brief, eine geschäftliche E-Mail oder eine wissenschaftliche Arbeit verfasst hat, stolpert schnell über die Feinheiten der deutschen Rechtschreibung und der DIN-Normen. Besonders die Frage, wie das Datum inklusive des Wochentages oder in Kombination mit einem konkreten Kalendertag korrekt formatiert wird, sorgt regelmäßig für Verwirrung.
In diesem ersten Teil unseres Experten-Leitfadens widmen wir uns den grundlegenden Formaten, den wichtigsten Schreibweisen im deutschsprachigen Raum sowie den formalen Unterschieden zwischen reinen Zahlenangaben und alphanumerischen Varianten.
Die Grundlagen: Das klassische Datumsformat im Wandel
Im deutschsprachigen Raum hat sich über Jahrzehnte hinweg eine ganz bestimmte Reihenfolge etabliert, die sich grundlegend von angelsächsischen Systemen unterscheidet. Während in den USA der Monat an erster Stelle steht, gilt bei uns die Abfolge von Tag, Monat und Jahr.
Je nach Kontext und Stilmittel stehen Ihnen im Deutschen verschiedene offizielle und anerkannte Varianten zur Verfügung:
Die rein numerische Variante mit Punkten: Hierbei werden Tag, Monat und Jahr jeweils durch einen Punkt voneinander getrennt (beispielsweise 05.09.2026 oder in Kurzform mit zweistelliger Jahreszahl 05.09.26).
Einstellige Tage und Monate können – und sollten im offiziellen Schriftverkehr nach DIN 5008 – mit einer führenden Null versehen werden, um Missverständnisse und nachträgliche Manipulationen zu verhindern. Die alphanumerische Variante mit ausgeschriebenem Monat:
In Fließtexten, Briefen oder Einladungen wirkt die rein numerische Schreibweise oft trocken. Daher empfiehlt es sich, den Monat als Wort auszuschreiben (beispielsweise 5. September 2026). Bei dieser Variante entfällt die führende Null beim Tag, und zwischen Tag, Monat und Jahr wird jeweils ein Leerzeichen gesetzt. Das internationale ISO-Format:
Für Datenbanken, Dateinamen oder den internationalen Geschäftsverkehr hat sich das Format 2026-09-05 (Jahr-Monat-Tag) bewährt. Es sorgt dafür, dass chronologisch benannte Dateien auf dem Computer automatisch korrekt sortiert werden.
Der Wochentag im Datumsgefüge: Grammatik und Zeichensetzung
Besonders anspruchsvoll wird es, wenn zusätzlich zum Kalendertag auch der Wochentag (wie Montag, Dienstag oder Mittwoch) genannt werden soll.
Wenn Sie den Wochentag direkt vor das Datum stellen, fungiert das Datum meist als näherer Zusatz oder Apposition. Dies erfordert eine präzise Kommasetzung:
Beispiel für einen Einschub:
„Am Freitag, den 5. September 2026, findet unsere große Konferenz statt.“
Dabei ist zu beachten, dass nach den Empfehlungen des Dudens sowohl der Akkusativ („den 5. September“) als auch der Dativ („dem 5. September“) zulässig ist, sofern eine Präposition wie an oder von vorausgeht. Endet der Satz hingegen mit der Datumsangabe, verändert sich die Struktur im Nominativ geringfügig:
Beispiel für einen nachgestellten Zusatz:
„Heute ist Freitag, der 5. September 2026.“
Typische Stolpersteine und Fehlerquellen
Im Alltag schleichen sich bei Datumsangaben mit Tag immer wieder Fehler ein, die den professionellen Eindruck eines Textes schmälern. Zu den häufigsten Patzern gehören fehlende oder falsche Trennzeichen, das Vergessen der vierstelligen Jahreszahl oder inkorrekte Kommata bei Wochentagen. Auch die Vermischung von numerischen und ausgeschriebenen Elementen (wie „05. September 2026“ – hier beißt sich die führende Null mit dem ausgeschriebenen Monat) gilt orthografisch als nicht korrekt.
Im zweiten Teil dieses Leitfadens widmen wir uns ausführlich den Besonderheiten bei Datumsspannen, der korrekten Verwendung des Bis-Striches sowie speziellen Formatierungsregeln für den geschäftlichen Briefverkehr nach DIN 5008.
Welcher Bereich der Datums- und Kommaschreibung bereitet Ihnen im Alltag die größten Kopfschmerzen?
Typische Fehler und Stolpersteine bei der Datumsangabe
Auch wenn die Grundregeln verstanden sind, schleichen sich im Alltag immer wieder kleine Fehler ein. Besonders im geschäftlichen Schriftverkehr oder bei offiziellen Dokumenten ist es wichtig, diese zu vermeiden, um professionell und stilsicher aufzutreten.
Falsche Trennzeichen: Verwenden Sie bei reinen Ziffernsschreibweisen niemals Schrägstriche (/) oder Bindestriche (-) im traditionellen deutschen Format, da dies zu Verwechslungen mit internationalen Standards führen kann. Richtig sind ausschließlich Punkte.
Fehlende Leerzeichen:
Nach den einzelnen Punkten im Format mit Ziffern folgt im normalen Textfluss kein Leerzeichen (z. B. 14.09.2026). Wird der Monat jedoch ausgeschrieben, sind Leerzeichen zwingend erforderlich (14. September 2026).Das falsche Komma bei Ortsangaben:
Häufig wird vergessen, den Ort vom Datum abzutrennen. Richtig heißt es: München, den 15. September 2026. Das Wort „den“ ist dabei optional, aber das Komma davor ist ein Muss.
Die Kombination mit Wochentagen
Möchten Sie das Datum um den Wochentag ergänzen, gibt es ebenfalls klare Vorgaben.
Beispiel: Mittwoch, der 14. September 2026 oder kurz Mittwoch, 14. September 2026.
Wird eine Präposition wie „am“ verwendet, ändert sich die Grammatik leicht: Am Mittwoch, dem 14. September 2026, findet die Veranstaltung statt. Achten Sie hier besonders auf die korrekte Kommasetzung, da das Datum als Einschub oder nähere Bestimmung dient.
Fazit und Checkliste für den Alltag
Die Wahl der richtigen Datumsschreibweise hängt primär vom jeweiligen Kontext ab. Während im privaten Bereich oder bei handschriftlichen Notizen viel Spielraum herrscht, verlangen offizielle Richtlinien wie die DIN 5008 im Büroalltag maximale Konsequenz.
Geschäftsbriefe & Rechnungen: Nutzen Sie die alphanumerische Variante (z. B. 14. September 2026) oder die standardisierte Ziffernform.
Internationale E-Mails: Greifen Sie im Zweifel auf das Format nach ISO 8601 (
2026-09-14) zurück, um jegliche Sprachbarrieren und Missverständnisse bei der Reihenfolge von Tag und Monat von vornherein auszuschließen.
Mit diesen Richtlinien im Kopf sind Sie bestens gerüstet, um jedes Dokument fehlerfrei und normgerecht zu datieren.
Haben Sie eine spezifische Frage zu einem Sonderfall, wie etwa der korrekten Angabe von Datumszeiträumen?
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