Warum ist nicht überall zur gleichen Zeit Winter?
Wer einmal im Dezember von Europa nach Argentinien gereist ist, kennt das Phänomen: Während zu Hause Schnee liegt, strahlt am anderen Ende der Welt die Sonne. Das zeigt: Auf der Erde herrscht nicht überall gleichzeitig die gleiche Jahreszeit. Wenn im Norden Winter ist, feiern viele im Süden Sommer.
Der Grund dafür ist die Achsenneigung der Erde, nicht ihre Bahn um die Sonne. Viele denken, die Jahreszeiten entstehen, weil sich die Erde mal näher, mal weiter von der Sonne entfernt – doch das ist ein Irrtum. Tatsächlich läuft die Erde auf einer leicht elliptischen Bahn, aber dieser Effekt spielt für die Jahreszeiten kaum eine Rolle.
Viel entscheidender ist, dass die Erdachse schräg steht – um genau 23,5 Grad geneigt. Dadurch zeigt die Nordhalbkugel in einem Teil des Jahres mehr zur Sonne, in der anderen Hälfte weniger. Wenn die nördliche Hemisphäre also in Richtung Sonne geneigt ist, haben wir hier Sommer. Gleichzeitig zeigt die Südhalbkugel eher weg von der Sonne – dort herrscht dann Winter.
Halbjahr später dreht sich das Spiel: Die Südhalbkugel bekommt mehr Sonne, es wird Sommer in Australien oder Südamerika, während in Europa und Asien die Temperaturen sinken. Diese Neigung sorgt dafür, dass die Sonnenstrahlen ganzjährig unterschiedlich stark auf die Erdoberfläche treffen – und somit für die wechselnden Jahreszeiten.
Ohne diese Schräglage gäbe es kaum Jahreszeiten. Die elliptische Bahn allein könnte das nicht erklären. Wer also einmal mitten im Winter in die Sonne fliegen möchte, muss nur gen Süden – oder einfach warten, bis der Erdball sich ein Stück weiter auf seiner Reise um die Sonne gedreht hat.
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