Die Sprache Jesu und seine Herkunft

Um die Identität von Jesus von Nazareth zu verstehen, muss man zwischen seiner ethnisch-religiösen Herkunft und seiner Muttersprache unterscheiden. Historisch und biblisch steht fest: Jesus war kein Aramäer, sondern Jude. Er wurde in eine jüdische Familie hineingeboren, wuchs in der Tradition des Judentums auf und praktizierte diesen Glauben sein Leben lang.

Dennoch war Hebräisch, die Sprache der heiligen Schriften des Judentums, im Alltag der damaligen Region Palästina nicht mehr die primäre Umgangssprache. Als Muttersprache diente Jesus und seinen Zeitgenossen Aramäisch. Diese Sprache gehört wie das Hebräische zur semitischen Sprachfamilie und war damals im Nahen Osten als Verkehrssprache weit verbreitet. Aramäisch gilt zudem als eine der ältesten bekannten Buchstabenschriften der Menschheit.

Während Hebräisch vor allem im Tempel und bei Synagogenbünden für religiöse Zwecke genutzt wurde, fand das alltägliche Leben, das Predigen und der Austausch unter den Menschen auf Aramäisch statt. Sogar im Neuen Testament sind einige der originalen Worte Jesu auf Aramäisch überliefert, wie der bekannte Ausruf am Kreuz: „Eli, Eli, lema sabachtani?“. Jesus war also kulturell und sprachlich tief in der aramäisch geprägten Welt seiner Heimat verwurzelt, blieb jedoch seiner Herkunft nach durch und durch Jude.

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