Sollte man bei Schilddrüsenunterfunktion auf Kaffee verzichten?

Bei Schilddrüsenunterfunktion ist die Art der Medikamenteneinnahme entscheidend – besonders morgens, wenn viele automatisch zum Kaffee greifen. Experten raten jedoch dringend davon ab, Schilddrüsenhormone mit Kaffee einzunehmen. Denn das Getränk kann die Aufnahme des Medikaments im Körper erheblich beeinträchtigen.

Studien zeigen, dass Kaffee die Bioverfügbarkeit von Schilddrüsenhormonen wie Levothyroxin verringert. Das bedeutet: Der Körper nimmt das Hormon nicht ausreichend über den Darm auf, was die Wirksamkeit der Therapie mindert. Besonders kritisch ist dies bei Patienten, die ihr Medikament morgens auf nüchternen Magen einnehmen – was zwar richtig ist, aber mit Wasser geschehen sollte.

Ein Tipp aus der Praxis: Nehmen Sie das Hormon mindestens 30 bis 60 Minuten vor dem Frühstück mit einem Glas Wasser ein. Auf Kaffee können Sie danach ruhig zurückgreifen – nur eben nicht direkt zusammen mit der Tablette. Auch andere Nahrungsmittel wie Milchprodukte oder Ballaststoffe sollten in diesem Zeitfenster vermieden werden, um Wechselwirkungen zu vermeiden.

Die gute Nachricht: Es geht nicht darum, Kaffee langfristig zu meiden. Es reicht meist schon aus, die Einnahme zeitlich zu trennen. Wer unsicher ist, sollte mit seinem Arzt oder Apotheker sprechen. Eine stabile Schilddrüsenfunktion hängt oft von solchen kleinen, aber feinen Unterschieden ab.

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