Was ist ein Wachkoma und wie erleben Betroffene ihre Umwelt?
Ein Wachkoma, in der Medizin oft als apallisches Syndrom bezeichnet, ist ein Zustand schwerer Bewusstseinsstörung. Nach akuten Hirnschädigungen – etwa durch Sauerstoffmangel, schwere Unfälle oder Schlaganfälle – wachen Betroffene zwar äußerlich wieder auf und öffnen die Augen, zeigen jedoch keinen Hinweis auf ein echtesseelisches oder geistiges Innenleben.
Die zentrale Frage, ob Patienten im Wachkoma bei Bewusstsein sind, muss verneint werden. Betroffene können nicht bewusst wahrnehmen, was um sie herum vorgeht. Sie sind weder in der Lage zu sprechen noch sprachliche Anweisungen zu befolgen. Auch gezielte Reaktionen auf Reize aus der Umwelt fehlen gänzlich.
Dennoch bewahren sich Patienten oft rudimentäre Körperfunktionen. Der sogenannte Schlaf-Wach-Rhythmus ist häufig erhalten, und grundlegende Reflexe wie Schlucken, Gähnen oder unkoordinierte Bewegungen können vorkommen. Dies unterscheidet das Wachkoma von einem echten Koma, bei dem die Augen permanent geschlossen bleiben.
Für Angehörige ist diese Situation oft extrem belastend, da die geöffneten Augen fälschlicherweise den Eindruck erwecken, der Mensch nehme Anteil. Obwohl keine bewusste Kommunikation möglich ist, bleibt eine würdevolle Pflege, eine Schmerztherapie und oft auch Zuwendung durch Berührungen oder Stimmen von großer Bedeutung für den gesamten Heilungs- oder Betreuungsprozess.
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