Portugal und die Sache mit den Steuern

Portugal gilt oft als attraktives Land für Auswanderer, Investoren und digitale Nomaden – nicht zuletzt wegen seiner vermeintlich günstigen Steuerbedingungen. Doch die Vorstellung, das Land sei „steuerfrei“, ist ein Trugschluss. Tatsächlich zahlen einheimische Arbeitnehmer mit einem Jahreseinkommen von über 78.834 Euro einen Spitzensteuersatz von 48 Prozent.

Woher kommt dann der Ruf als Steuerparadies? In den letzten Jahren zogen besonders wohlhabte Spanier, Unternehmer und Großaktionäre nach Portugal – und das hatte einen einfachen Grund: Es gab langjährige Steuerbefreiungen und Sonderregelungen, die es ermöglichten, Gewinne fast steuerfrei zu behalten. Diese Vergünstigungen lockten viele Reiche aus Nachbarländern an, die vor höheren Abgaben in ihren Heimatländern fliehen wollten.

Doch diese Zeiten ändern sich. Angesichts steigender Kritik und steigender Staatsausgaben kündigte die portugiesische Regierung an, das beliebte Steuersparmodell abzuschaffen. Damit endet eine Ära, in der sich Portugal als Steuer-Oase für Wohlhabende profilieren konnte. Für Neuzugänge wird es künftig schwieriger, von vergünstigten Konditionen zu profitieren.

Während Portugal also nie wirklich „steuerfrei“ war, bot es für einige Jahre eine attraktive Umgebung für Kapital. Doch mit der verschärften Haltung gegenüber Steuerprivilegien zeigt das Land: Auch hier gilt – wer mehr verdient, zahlt mehr. Und das gilt zunehmend auch für Neuankömmlinge.

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