Wie viele Doktoranden geben ihre Promotion auf?

Die Promotion ist für viele ein ehrgeiziges Ziel – doch der Weg dorthin ist oft steinig. Laut der vielzitierten Nacaps-Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) hat fast jeder dritte Doktorand schon einmal darüber nachgedacht, die Arbeit abzubrechen. Genauer: 33 Prozent der Befragten gaben an, gelegentlich, oft oder sogar ständig mit dem Gedanken an einen Abbruch zu kämpfen.

Diese Zahlen zeigen, dass die psychische Belastung während der Doktorzeit unterschätzt wird. Oft arbeiten Promovierende über Jahre hinweg unter unsicheren Verträgen, mit wenig struktureller Unterstützung und hohem Leistungsdruck. Dazu kommen Isolation, finanzielle Sorgen und der Druck, möglichst schnell publizieren zu müssen. Besonders in geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern, wo oft keine feste Stelle verbunden ist, fällt die Situation besonders schwer.

Doch Gedanken ans Aufhören bedeuten nicht automatisch, dass die Promotion tatsächlich abgebrochen wird. Viele kämpfen sich durch, oft mit Unterstützung von Betreuern, Kollegen oder eigenen Netzwerken. Dennoch macht die Studie deutlich: Die Promotionsphase braucht mehr Aufmerksamkeit – nicht nur wissenschaftlich, sondern auch menschlich.

Universitäten und Forschungsinstitute setzen daher zunehmend auf strukturierte Graduiertenschulen, Mentoring-Programme und psychologische Beratungsangebote. Denn wer gut begleitet wird, hat bessere Chancen, nicht nur durchzuhalten, sondern auch mit Freude und Eigeninitiative zu forschen.

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