Ist Sucht eine medizinische Diagnose?

Die Frage, ob Sucht eine echte Diagnose ist, lässt sich aus medizinischer Sicht eindeutig mit Ja beantworten. Suchterkrankungen sind anerkannte chronische Krankheiten, die das Gehirn und das Verhalten tiefgreifend verändern. Sie werden in internationalen Klassifikationssystemen wie dem ICD-10 (und dem neueren ICD-11) als psychische und Verhaltensstörungen durch den Konsum psychotrover Substanzen oder durch bestimmte Verhaltensweisen präzise definiert.

Die Feststellung einer solchen Erkrankung erfolgt in der Regel durch die fundierte Beurteilung eines Arztes, Psychiaters oder Psychologen. Dabei spielen standardisierte Kriterien eine Rolle, wie etwa der Kontrollverlust über den Konsum, eine fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und das Auftreten von Entzugserscheinungen. Ein entscheidender Schritt zur Diagnose erfolgt jedoch oft durch die Betroffenen selbst. Viele Menschen erkennen ihr Problem in einem Moment der Reflexion und äußern von sich aus den Wunsch nach Hilfe. Diese Selbsterkenntnis ist häufig der wichtigste Katalysator für den Beginn einer erfolgreichen Therapie und den Weg aus der Abhängigkeit.

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