Wird man mit Zöliakie geboren?
Die Frage, ob Zöliakie angeboren ist, lässt sich nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten. Tatsächlich trägt jeder Mensch, der an Zöliakie erkrankt, eine genetische Veranlagung in sich – diese ist tatsächlich von Geburt an vorhanden. Doch das bedeutet nicht, dass die Erkrankung selbst schon bei der Geburt besteht.
Die genetische Grundlage ist da, doch die Krankheit bricht nicht automatisch aus. Viele Menschen mit dieser Veranlagung entwickeln nie eine tatsächliche Glutenunverträglichkeit. Erst im Laufe des Lebens, oft aus noch ungeklärten Gründen, kann sich die Krankheit zeigen – manchmal bereits im Kleinkindalter, bei anderen erst im Erwachsenenalter.
Was genau den Ausbruch der Zöliakie auslöst, ist bis heute nicht vollständig verstanden. Forscher vermuten, dass Umweltfaktoren, Infektionen oder Veränderungen im Darmmikrobiom eine Rolle spielen könnten. Auch das Alter, in dem Gluten erstmals in die Ernährung eingeführt wird, wird diskutiert – allerdings ohne eindeutige Beweise.
Wichtig ist: Selbst wenn die Veranlagung vorhanden ist, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass man glutenfrei leben muss. Eine Diagnose erfolgt erst über Bluttests und oft eine Darmspiegelung, wenn Symptome wie Bauchschmerzen, Müdigkeit oder Durchfall auftreten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Anlage zu Zöliakie ist angeboren, die Erkrankung selbst jedoch nicht. Und dank einer strengen glutenfreien Ernährung können Betroffene heute ein weitgehend normales Leben führen – wenn sie die Diagnose frühzeitig stellen.
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