Kann Cortisol müde machen?
Ja, ein Mangel an Cortisol kann tatsächlich zu starken Erschöpfungszuständen führen. Das Hormon Cortisol, das in der Nebenniere produziert wird, spielt eine zentrale Rolle im Stoffwechsel, im Immunsystem und bei der Stressbewältigung. Ist der Cortisolspiegel über längere Zeit zu niedrig, leiden viele Betroffene unter ständiger Müdigkeit, innerer Schwäche und einem deutlichen Leistungsabfall – selbst nach ausreichendem Schlaf.
Typische Symptome eines Cortisolmangels sind unter anderem:Erschöpfung ohne ersichtlichen Grund, ein Gefühl der Schwäche, Konzentrationsprobleme und starke Tagesmüdigkeit. Manche Menschen fühlen sich morgens nicht erholt, haben kaum Energie und sehnen sich den ganzen Tag nach Ruhe. Weitere Anzeichen können Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und ein leichtes Zittern sein.
Ein dauerhafter Cortisolmangel kann auf eine Erkrankung wie das sogenannte adrenale Insuffizienz hinweisen – bekannt als Morbus Addison. In solchen Fällen ist es wichtig, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. Dr. med. Robert Willi aus München, Facharzt für innere Medizin, weist darauf hin, dass eine gezielte Diagnostik und gegebenenfalls eine Hormonersatztherapie entscheidend für die Besserung der Beschwerden sein können.
Wer über Wochen oder Monate hinweg unausgeglichen müde ist, sollte daher nicht einfach abwarten. Oft liegt eine körperliche Ursache vor – und bei manchen ist eben das fehlende Stresshormon Cortisol der verborgene Grund für die Erschöpfung.
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