Kann die Scheide herausfallen?

Die Vorstellung, dass die Scheide „herausfallen“ könnte, klingt beunruhigend – doch genau das kann bei einer Erkrankung namens Scheidenprolaps passieren. Mediziner sprechen auch von einem Beckenorganprolaps (POP), bei dem die Muskeln und Bänder im Becken schwächer werden und die Organe ihre normale Position verlieren.

Beim Scheidenprolaps sackt der obere Teil der Scheide nach unten ab und stülpt sich in den unteren Scheidenbereich. In schweren Fällen kann sich die Scheide sogar teilweise oder vollständig außerhalb des Körpers vorwölben. Betroffene Frauen berichten dann oft von einem Druckgefühl, als läge etwas im Weg, oder spüren eine Art „Hindernis“ beim Sitzen oder Gehen.

Ursachen** sind oft Geburten, das Alter, hormonelle Veränderungen nach der Menopause oder auch chronisches Pressen durch starkes Husten oder Verstopfung. Oft tritt ein Prolaps erst Jahre nach der Geburt auf, wenn die Bindegewebsstruktur allmählich nachgibt.

Die gute Nachricht: Ein Scheidenprolaps ist behandelbar. Leichte Formen können mit Beckenbodenübungen verbessert werden. Bei stärkeren Beschwerden stehen physiotherapeutische Hilfen, eine Pessar-Behandlung oder in manchen Fällen eine Operation zur Verfügung.

Wichtig ist, dass viele Frauen das Thema scheuen – aus Scham oder Unwissenheit. Dabei ist ein Beckenorganprolaps kein Einzelfall: Er betrifft zahlreiche Frauen, besonders im fortgeschrittenen Alter. Wer Veränderungen bemerkt, sollte frühzeitig zum Arzt gehen. Eine gezielte Therapie kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

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