Kann ein Kardiologe Lungenhochdruck feststellen?
Die Diagnose von Lungenhochdruck, in der Fachsprache als pulmonale Hypertonie bezeichnet, stellt eine erhebliche medizinische Herausforderung dar. Da die Symptome wie Atemnot, chronische Müdigkeit und nachlassende Leistungsfähigkeit sehr unspezifisch sind, wird die Erkrankung im Anfangsstadium oft übersehen oder mit anderen Herz- und Lungenerkrankungen verwechselt. Ein niedergelassener Kardiologe spielt bei der Erkennung eine wichtige Rolle, kann die finale Diagnose jedoch selten allein stellen.
In der Praxis läuft der diagnostische Weg meist als interdisziplinärer Prozess ab. Der Hausarzt äußert häufig den ersten Verdacht, woraufhin eine Überweisung zu Fachärzten folgt. Der Kardiologe führt in der Regel eine Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) durch. Mit dieser Untersuchung lassen sich der Druck in den Lungengefäßen abschätzen und die Funktion der rechten Herzkammer beurteilen, die bei Lungenhochdruck besonders stark belastet wird.
Ergibt dieser Herzultraschall auffällige Befunde, reicht dies für eine sichere Diagnose meist noch nicht aus. Es erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Kardiologen und Pneumologen (Lungenspezialisten), um Lungenerkrankungen als Ursache auszuschließen. Zur endgültigen Absicherung ist schließlich eine invasive Untersuchung, der sogenannte Rechtsherzkatheter-Messplatz, notwendig. Dieser Eingriff wird meist in spezialisierten Zentren für pulmonale Hypertonie durchgeführt. Kardiologen sind somit unverzichtbare Detektive im Diagnoseprozess, die endgültige Bestätigung und Therapieeinleitung gehören jedoch in die Hände von Expertennetzwerken.
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