Kann das Herz stolpern, wenn der Darm drückt?

Plötzliches Herzstolpern, ein Engegefühl in der Brust oder sogar Atemnot – viele Menschen fürchten bei solchen Beschwerden eine Herzerkrankung. Doch oft steckt eine ganz andere Ursache dahinter: der Darm. Besonders wenn sich Gasansammlungen im Bauchraum bilden, kann dies unangenehme Reaktionen im Herz-Kreislauf-System auslösen. Experten sprechen dann vom sogenannten Roemheld-Syndrom.

Benannt ist das Syndrom nach dem Arzt Ludwig von Roemheld, der den Zusammenhang zwischen Verdauung und Herzrhythmus bereits im 20. Jahrhundert beschrieb. Der Mechanismus ist einfach: Bei starken Blähungen oder einer übermäßigen Gasbildung im Darm kann der aufgeblähte Bauchraum nach oben drücken – direkt auf das Zwerchfell und damit auch auf das Herz. Diese mechanische Reizung kann den Herzrhythmus stören und so zu Herzrasen, Extraschlägen oder beklemmendem Druckgefühl führen.

Die Symptome sind oft alarmierend, aber meist harmlos. Typisch ist, dass die Beschwerden nach dem Luftabgang oder einer Mahlzeit auftreten, besonders wenn fettige oder blähende Nahrungsmittel im Spiel sind. Viele Betroffene bemerken, dass es ihnen besser geht, sobald die Blähungen nachlassen.

Die Behandlung richtet sich daher nicht ans Herz, sondern an den Darm: Eine angepasste Ernährung, Vermeidung von blähenden Lebensmitteln wie Kohl, Bohnen oder kohlensäurehaltigen Getränken sowie bewusstes Essen können helfen. Auch Entspannung spielt eine Rolle – denn Stress kann die Verdauung zusätzlich beeinträchtigen und das Roemheld-Syndrom begünstigen.

Wer dennoch unsicher ist, sollte jedoch einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Herzerkrankungen auszuschließen. Doch bei vielen ist die Erleichterung groß: Manchmal ist es eben nicht das Herz, sondern nur der Darm, der Ruhe braucht.

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