Kann Käse müde machen?

Ja, Käse – wie andere Milchprodukte auch – kann tatsächlich müde machen. Der Grund liegt in seiner Zusammensetzung, vor allem im Eiweißstoff Tryptophan. Dieser natürliche Inhaltsstoff ist ein Baustein für Proteine und spielt eine wichtige Rolle bei der Produktion von Melatonin, dem sogenannten Schlafhormon.

Wenn wir Käse essen, gelangt Tryptophan über die Nahrung in den Körper. Dort wird es in Serotonin und später in Melatonin umgewandelt. Dieser Prozess unterstützt die innere Uhr und signalisiert dem Gehirn, dass es Zeit zum Runterfahren ist. Besonders abends kann eine Portion Käse auf dem Brot oder im Auflauf daher eine beruhigende, schlaffördernde Wirkung haben.

Gerade härtere Käsesorten wie Bergkäse oder Gouda enthalten vergleichsweise viel Eiweiß und damit auch mehr Tryptophan. Aber auch Milch, Joghurt oder Quark wirken ähnlich – sie alle stammen von der Kuh und teilen diese Eigenschaft.

Das bedeutet nicht, dass man Käse meiden sollte. Im Gegenteil: In Maßen ist er eine wertvolle Proteinquelle. Wer abends jedoch oft unter Schlappheit leidet, könnte beobachten, ob ein später Käsegenuss damit zusammenhängt. Vielleicht ist eine leichtere Auswahl am Abend sinnvoll.

Interessanterweise nutzen viele Menschen Milchprodukte bewusst zur Entspannung – etwa ein warmes Glas Milch vor dem Schlafengehen. Die Wirkung ist also nicht nur bekannt, sondern auch gewollt. Also: Käse macht nicht einfach nur satt – er kann helfen, besser zur Ruhe zu kommen.

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