Kann man wirklich an einem gebrochenen Herzen sterben?

Der Ausdruck „ein gebrochenes Herz“ klingt nach Poesie – doch medizinisch gesehen ist daran mehr Wahrheit, als man denkt. Tatsächlich gibt es das sogenannte Broken-Heart-Syndrom, auch bekannt als Tako-Tsubo-Kardiomyopathie. Es tritt oft unvermittelt nach emotionalen oder körperlichen Schocks auf – etwa nach dem Verlust eines geliebten Menschen, einer schweren Diagnose oder einem schlimmen Unfall.

Die Symptome sind alarmierend ähnlich wie bei einem Herzinfarkt: Betroffene leiden unter Atemnot, starkem Brustengegefühl, Schweißausbrüchen, Übelkeit oder sogar Erbrechen. Viele suchen deshalb eilig die Notaufnahme auf – und erleben eine Überraschung: Die Herzgefäße sind oft frei, kein typischer Infarkt liegt vor. Stattdessen reagiert das Herz vorübergehend empfindlich auf einen Sturm an Stresshormonen, besonders Adrenalin.

Das Besondere: Das Syndrom betrifft überwiegend Frauen – vor allem nach der Menopause. Doch im Gegensatz zu einem Herzinfarkt heilt das gebrochene Herz meist wieder aus, vorausgesetzt, die Betroffenen erhalten rechtzeitig Behandlung und psychische Unterstützung. Die Genesung braucht Zeit, aber die meisten Patienten erholen sich innerhalb von Wochen vollständig.

Dennoch ist Vorsicht geboten: Die ersten Stunden sind kritisch. Wer plötzlich starke Brustschmerzen nach emotionaler Belastung verspürt, sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Denn ob Infarkt oder gebrochenes Herz – das Herz verdient immer unsere volle Aufmerksamkeit.

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